(Foto: Prof. Dr. Baldur Kirchner)
In Zusammenarbeit mit der Sparkasse Günzburg-Krumbach

!!! VERSCHOBEN auf Frühjahr 2021 !!! „Aggression beginnt im Ich“ – Ist uns die Seele fremd geworden? –


Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Vortrag auf das Frühjahr 2021 verschoben!



Kein Mensch ist von Geburt an aggressiv. Der lateinische Ursprung von „Aggression“ – das Verb „aggredi“ – betont zuerst ein Bewegungsgeschehen schlechthin. „Herangehen, sich nähern, etwas unternehmen“ kennzeichnet den Antriebscharakter dieses Begriffes. Doch auch „angreifen und überfallen“ gehört zum semantischen Verständnis des „aggredi“.
Wie aber kommt es, dass Aggression im Alltäglichen nahezu ausschließlich mit seiner Schattenseite, mit Destruktivem, Verletzendem und anderen seelisch erschütternden Erfahrungen verknüpft wird? Ja, mit welchen Gesichtern begegnet uns das Aggressive im menschlichen Miteinander?

Der Schweizer Psychoanalytiker Arno Gruen (1923 – 2015) sagt: „Die Unfähigkeit, in sich selbst zu wurzeln, ruft zerstörerisches und böses Verhalten hervor.“ Bedeutet dies also, dass zahlreiche Menschen den Kontakt zu ihrer Innenwelt verloren haben? Seelisch verarmt, heimatlos und deshalb aggressiv geworden sind? Welche Auswirkungen erleben wir, wenn wir unsere Identität verloren haben, wenn wir uns selbst fremd geworden sind, weil wir unsere Seele nicht mehr spüren, nicht in unserer Wesensmitte leben?
Geben wir uns keinem Zweifel hin: Aggression äußert sich eben nicht nur in den kriegerischen Kämpfen zwischen Völkern. Die unblutigen Nadelstiche, die wir uns gegenseitig zufügen, sind schmerzlicher, weil subtiler und oft nicht erkannt; sie bedrängen und zerstören meistens unser Lebensgefühl im Alltag.
So will dieser Vortrag einige Erscheinungsformen von Aggression näher beleuchten, die ihr zunächst gar nicht zugeordnet werden; und dennoch hausen sie in unseren seelischen Katakomben:

-  Launische und permanent unzufriedene Menschen – Nörgeln ist ihr Lebensprinzip
-  Leben in Vorurteilen – Selektion des Negativen oder das „Haar in der Suppe“
-  Gereiztheit und Wut als seelische Grund(ver)stimmung – „Geh mir aus dem Weg!“
-  Narzisstisches Gebaren – „Ich bin verrückt nach mir“ – Meine selbstgefällige und großartig-tragische Einsamkeit
-  Verletzende und erniedrigende Bemerkungen in Partnerschaft, Familie
   und Beruf (Mobbing) – „Die mache ich alle fertig!“
-  Hass gegen sich selbst und Fremdenhass – Suizid (Autoaggression) und Intoleranz
-  Neid, Geiz und Eifersucht – Misstrauen, Untreue und Gier - Die Krönung der Egozentrizität und das Problem mit dem Loslassen   
-  Empathieverlust durch Rationalisierung – „Für alles eine Erklärung haben“
-  Emotionaler Restwiderstand nach unverziehenen Kränkungen

Prof. Dr. Baldur Kirchner, geboren 1939, ist Philosoph, Theologe, Ethiker
Psychoanalytische Weiterbildung bei Balthasar Staehelin, Psychiater und Psychoanalytiker, Zürich
Seit 1972 führt er in Seminaren und Gesprächen Menschen zu ihrer Wesenstiefe
Zusammen mit seinen beiden Söhnen, Dr. Alexander und Dr. Sebastian Kirchner, begleitet er vor allem Führungskräfte im Seminarhaus Ettenbeuren auf ihrem Weg der Persönlichkeitsentwicklung.



1 Abend, 12.03.2020
Donnerstag, 20:00 - 21:30 Uhr
1 Termin(e)
V017f
Sparkasse Günzburg-Krumbach, An der Kapuzinermauer 2, 89312 Günzburg, Vortragssaal, 4. OG
Eintritt:
10,00
ermäßigt: 8,00 € (Karten an der Abendkasse)